Gemeinde Hürm auf dem Weg zu mehr Barrierefreiheit

In vielen Bereichen, besonders aber im Bereich der Lebensqualität in einer Gemeinde, spielt die Barrierefreiheit eine wesentliche Rolle. Auf dem Weg zur „Familienfreundlichen Gemeinde“ hat Gemeinderätin Klaudia Zuser das Angebot einer „Gemeindebegehung barrierefrei?“ vom BhW aufgegriffen. Unter fachlicher Begleitung von Ing. Alfred Luger und DI. Doris Ossberger hat sich eine Gruppe auf den Weg durch die Gemeinde gemacht, um über mögliche Barrieren zu diskutieren, diese in einem Bericht festzuhalten und Verbesserungen zu finden.

Im Blickpunkt der „Gemeindebegehung barrierefrei?“ stehen öffentliche Orte wie Gemeindeämter, Arztpraxen, Schulen, Banken, Geschäfte und besonders die öffentlichen Wege zu diesen Gebäuden.

Barrierefreiheit ist (k)eine Kostenfrage

Natürlich können größere Maßnahmen oft aus Kostengründen nicht sofort umgesetzt werden. Die Erfahrungen aus den bisherigen „Gemeindebegehungen barrierefrei?“ zeigen allerdings, dass oft Kleinigkeiten wie Bodenmarkierungen, Beschilderungen, fehlende Handläufe entdeckt werden, die auf den ersten Blick nicht unbedingt notwendig erscheinen, für bestimmte Situationen und Beeinträchtigungen aber sehr hilfreich und durchaus finanzierbar sind. Auch bei der Begehung in Hürm konnten einige Verbesserungsvorschläge dieser Art festgehalten werden. Bürgermeister Johannes Zuser kennt seine Gemeinde sehr gut und auch die Barrieren im Gemeindeamt. Hier wurden Lösungen mit Handläufen im Eingangsbereich, Beschilderungen zum stufenlosen Hintereingang und Verbesserungen für die Mutterberatung angesprochen. Besonders lobenswert ist die Haltung bei den beiden Ärzten Dr. Rudolf Kern und Dr. Markus Kern. „Wir kennen die Situation und bieten daher weiterhin  Hausbesuche an. Zusätzlich planen wir eine barrierefreie Lösung in der Gruppenpraxis.“

Da viele neue Projekte und Bauvorhaben im Ortskern anstehen, sind die Informationen der Expertinnen und die Erkenntnisse aus der Begehung sehr hilfreich für Hürm.

ÖNORMEN und Gesetze sind nicht ausreichend

Viele Bedürfnisse und Beeinträchtigungen sind in den ÖNORMEN und Gesetzen nicht ausreichend berücksichtigt. Die Teilhabe am öffentlichen Leben wird für viele Personen oft aufgrund von „Kleinigkeiten“ schwierig bis unmöglich. Auch die Auslegung von Behindertengleichstellungsgesetz und Antidiskriminierungsgesetz bedarf viel Feingefühl und Wertschätzung in unserer Lebensgemeinschaft Gemeinde. Die sehr aktive Gruppe der Gemeindebegehung erkannte rasch, welchen Umfang und welche Auswirkungen Barrieren haben können.

Die „Gemeindebegehung barrierefrei?“ war, was sie sein soll:  ein sanfter kritikloser Einstieg ins Thema Barrierefreiheit.

Die Gemeinde Hürm möchte diesen Weg zur Barrierefreiheit und mehr Teilhabe unter Mithilfe der Bevölkerung und Einbindung vorhandener Arbeitsgruppen, Vereine und Bauamt weitergehen.

 Linkhinweise:

Gemeindebegehung barrierefrei?

BHW Niederösterreich GmbH

http://www.bhw-n.eu

 

Ansprechperson und Informationen zur „Gemeindebegehung barrierefrei?“

Ing. Alfred Luger

BHW Niederösterreich GmbH

Linzerstrasse 7, 3100 St. Pölten

0676-917 35 22

barrierefrei@bhw-n.eu

www.bhw-n.eu/barrierefrei